Idee Langeweile durch Prädiktion (2005-02-01)
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Prädiktion-verursacht-
Langeweile durch Prädiktion
-in-(Thema)Ideen


Fast ein jeder Erwachsene kennt die alte Phrase: "Er hat sich gefreut wie ein Kind.", oder "Als ich noch jung war, war die Welt noch voller Wunder." Was geht dem erwachsenen Menschen denn nun verloren, warum erlebt er seine Umgebung nicht mehr so intensiv?
(Man müsste annehmen, das er sie eigentlich durch geschultere Sinne sogar intensiver erlebt.)
 
Eine der wichtigsten Fähigkeiten der menschlichen Gehirnes ist es, die Folgen des eigenen Handelns vorherzusehen, um darüber zu Entscheiden und das Handeln zu kontrollieren. Der Mensch sieht praktisch ständig voraus, in dem er versucht, die Folgen seines Handelns oder umgebenden Geschehens aus Erfahrung zu schätzen, zu simulieren oder gar exakt zu berechnen.
Mit dem Alter, mit halbwegs konstanter Intelligenz, aber zunehmender Erfahrung, steigt zwangsläufig die Zuverlässigkeit der Vorhersage; und das Vertrauen in ihr. Die Realität wird mehr und mehr vorweggenommen, sie verliert ihren Reiz. Die Funktion des Erlebten als psychologisches Erlebnis sinkt. (-> "Erlebnisqualität")
Sogar an einer Entscheidungsstelle, einem Scheideweg, wo man in seinem Handeln noch unentschlossen ist, reicht die Prädiktion oftmals tief in die verschiedenen Möglichkeiten hinein, und, selbst wenn sie zu keiner Entscheidung führt, verdirbt sie das kommende Erlebnis dieser.
Eine einfache Konsequenz daraus ist nun eine Gewisse Lethargie, wenn man meistens aus der Motivation der Neugierde handelt. Ein Ausweg scheint nur das Handeln nach nicht zu in Frage stellenden Prinzipien zu sein.
 
(Dazu kommt der sicher verschiedene persönliche Bedarf an Un-Kontrolle. Wenn ich erzähle, dass ich nicht weiß, was ich so in einem Jahr vorhabe, so ist dies für einige ein Stein des Anstoßes; für mich jedoch eine harmlose, in weiter Ferne liegende Unsicherheit.)




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